Maria: Mutter des Kommenden

,

Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
Doch keins von allen kann dich schildern,
Wie meine Seele dich erblickt.

Ich weiß nur, dass der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht,
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mit ewig im Gemüte steht.

Novalis

„Ich sehe dich in tausend Bildern, … doch keins von allen kann dich schildern, wie meine Seele dich erblickt“. So ähnlich ergeht es mir – und so ähnlich wird es vielleicht auch Ihnen ergehen. Maria – dieser Name, diese Gestalt weckt unzählige Bilder in unseren Herzen. In jedem von uns werden andere Bilder emporsteigen, jedem werden andere Assoziationen kommen. Ganz erfassen können wir diese Frau und Mutter des Herrn nie. Wir können uns ihr nur nähern, können einen Blick auf sie erhaschen, ohne ihr aber je ganz und vollkommen gerecht zu werden. Sie ist die Jungfrau, die Begnadete, die Magd, die Mutter des Erwarteten und des Kommenden, die Mutter der Kirche, die Himmelskönigin.

Wir wollen hier nur ein paar wenige Seiten im Lebensbuch Mariens aufschlagen Vielleicht kann es die Leser anregen, zur Vorbereitung auf Weihnachten selbst darin weiter zu blättern.

Maria, die ganz Hörende und Bereite

„Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort.“ (Lk 1, 38)

In der Verkündigungsgeschichte, die der Evangelist Lukas uns so eindringlich überliefert hat, begegnen wir Maria zum ersten Mal. Maria hat gemäß dieser Erzählung zunächst einmal durchaus bedenkenswerte Gegenfragen an den Erzengel Gabriel. Sie kann nicht glauben, dass die Verheißung ihr, der einfachen, unscheinbaren Frau gilt. Aber am Ende schließlich ist entscheidend, dass sie im Fiat ihre Bereitschaft erklärt, das anzunehmen und zu übernehmen, was ihr durch den Boten und damit durch Gott selbst zugedacht und angekündigt wurde. Schon hier – ganz am Anfang – wird Maria für uns zur Symbolgestalt des weit geöffneten Herzens, der offenen Hände, die bereit sind, alles aus Gottes Hand entgegenzunehmen, sich in Dienst nehmen und senden zu lassen. Dieses Bereitsein, diese Verfügbarkeit, dieses unbegrenzte Vertrauen war die menschliche Voraussetzung dafür, dass Maria Mutter Jesu, des „Sohnes des Höchsten“ werden konnte, wie es in dem Engelsspruch heißt. Diese Bereitschaft und Offenheit sollten wir immer neu ganz persönlich bedenken. Auch dort, wo Gott etwas schenkt, gehört es dazu, dass sich ein Mensch findet, der bereit ist, die Gabe anzunehmen. So wird sie zur Magd des Herrn – erwählt und begnadet und zugleich ganz frei in ihrem JA. Fragen wir uns: Sind auch wir wie Maria jeden Tag neu und nicht nur einmal als wir einst berufen wurden bereit für Gottes Gabe und Ruf? Oder haben wir bereits alles selbst verplant, alles selbst gemanagt und im Griff? Sind wir bereit, uns je neu beschenken und herausfordern zu lassen? Geben wir in unserer bisweilen hektischen Betriebsamkeit und in unserem eitlen Drang, alles selber machen zu wollen, Sammlung und Stille genügend Raum, die allein uns für die leise Stimme Gottes bereiten kann? Und schließlich: Sind wir gewillt und bereit, aus Gottes Hand anzunehmen, was immer er uns schickt? Unser eigenen Stärken und Schwächen, unsere Freuden und Leiden, den Glanz der Jugend und die Last des Älterwerdens. Alles kommt aus Gottes Hand auf uns zu. Wie tröstlich ist es da, dass wir – wie Maria – Fragen stellen dürfen und auch nicht immer gleich alles verstehen müssen. Vertrauen und Hoffnung sind da gefragt – Vertrauen darauf, dass Gott es gut mit uns meint; Hoffnung darauf, dass der Weg, den wir geführt werden, wirklich auch unser Weg, ja mein Weg ist.

Maria – die voll Freude Lob-Singende

„Maria aber machte sich auf und ging eilends in das Gebirge in eine Stadt Judas …“ (Lk 1, 39 ff.)

Der Besuch Marias bei Elisabeth gehört zu den vielleicht schönsten und freudenreichsten Erzählungen des Neuen Testaments. Wer seine Berufung einmal erkannt und angenommen hat, den überströmt eine innere Freude, die sich Ausdruck verleihen möchte. Wer von uns kennte das nicht aus eigener Erfahrung. Die Gnade des Anfangs, pflegen wir dies zu nennen. „Gott liebt einen freudigen Geber“, heißt es in 2 Kor 9,7. „Es ist eine Gnade gut zu beginnen“, sagte Dom Helder Camara einmal, „es ist eine größere Gnade, auf dem Weg zu bleiben, die Gnaden aller Gnaden aber ist es, den Weg in Treue zu gehen bis ans Ende“. Erinnern wir uns also getrost an die Freude des Anfangs, aber bleiben wir dabei nicht stehen. Jeder Tag ist ein neuer Anfang und bietet die Chance eines neuen Aufbruchs.

Maria war voll Freude und ging eilends, wie es eigens heißt, zu Elisabeth. Glück muss sich mitteilen, will geteilt und ausgeteilt werden. Sie duldet keinen Aufschub, verleiht Schwung und ist von einer inneren Dynamik erfüllt, die ansteckt. Ebenso gilt aber auch: eine Berufung braucht Bestätigung, braucht Mitfreude und Anteilnahme durch andere. Wie steht es mit unserer Bereitschaft zur Anteilnahme und zur Ermutigung, zur Gefährtenschaft und zur Freundschaft? Können wir uns freuen mit den Fröhlichen und trauern mit den Trauernden? Gelingt es uns, dem anderen Raum zu geben, uns selbst zurückzustellen und wirklich da zu sein für unseren Nächsten? Dasein für andere und Mitsein mit den Menschen – das gehört ganz zentral zu unser aller Berufung.

„Selig ist die, welche geglaubt hat, dass sich erfüllen wird, was der Herr ihr gesagt hat.“ Welche Herzensgröße spricht aus diesen Worten Elisabeths. Neidlos erkennt sie die besondere Berufung Mariens an. Sie preist Maria selig, weil ihr Vertrauen über den Zweifel gesiegt hat, weil sie bereit war, die Gnade an sich wirken zu lassen und die einzigartige Würde, die Gott ihr verliehen hat, anzunehmen.

Und wie reagiert Maria? Sie sonnt sich nicht in der Lobrede Elisabeths, nichts Pharisäisches findet sich in dieser Frau. Sie stimmt vielmehr selbst den Lobgesang des Magnificat an. Sie preist die Heiligkeit und die Größe des Herrn. Sie jubelt über Gott, ihren Retter, der Großes an ihr getan hat und allen Völkern zu allen Zeiten Gerechtigkeit und Barmherzigkeit erweist. Welch ein großartiger Jubelgesang ist dieses Magnificat, das wir jeden Tag in der Vesper singen.

Fragen wir uns: Können wir innerlich einstimmen in diese Freude am Herrn? Können wir noch dankbar und froh sein für unseren Glauben, für unsere Berufung? Wo erfahren wir die Größe des Herrn, wo sein Erbarmen und seine Gerechtigkeit? Wo stellen wir uns selbst zur Verfügung, lassen uns senden als Hand Gottes in unserer Zeit? Und schließlich und keineswegs zuletzt: Stimmen wir täglich voll Freude ein in den Lobgesang des (Stunden)-Gebets oder ist das Beten uns zur Routine, zur Pflichtübung geworden?

Maria – Lehrmeisterin der discretio

„Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.“ (Lk 2, 19)

„Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen“ (Lk 2, 51)
Gleich zweimal wird dieses „im Herzen bewahren“ im Lukasevangelium betont. Maria war keine Frau großer Worte. Sie war ein stiller Mensch, doch ganz und gar aufmerksam, hörbereit, nachdenklich, in Ruhe erwägend. Eingeweiht in die Geheimnisse Gottes war sie dennoch nie in der Versuchung, ihren geistlichen Schatz gleichsam „auf dem Silbertablett vor sich herzutragen“. Insofern können wir sie getrost als Mutter der discretio bezeichnen. Sie wusste um ihre eigene Berufung und um die ihres Sohnes, aber sie zerredete sie nicht, sondern bewahrte alles diskret und feinfühlig in ihrem Herzen. Vielleicht, so könnten wir kühn behaupten, wäre Maria eine gute Schutzpatronin aller Beichtväter und all derer, die Menschen auf ihrem geistlichen Weg begleiten. Sie besaß die Gabe des Zuhörens und der Unterscheidung, die Gabe der Schweigsamkeit und die Gabe des schlichten, unprätentiösen, guten, wegweisenden und zugleich heilenden Wortes.
Fragen wir uns, wie es mit unserem Reden und mit unserem Schweigen steht, mit unserer Diskretion und mit unserem Takt, mit unserer Hörbereitschaft und unserem Feingefühl. Können wir die Geheimnisse Gottes in unserem Leben und in dem der anderen in unserem Herzen bewahren oder haben auch wir uns dem Zwang zum Zerreden auch des Innersten unterworfen? Finden wir das gute und aufbauende Wort zur rechten Zeit und können wir auch – wie Maria – in Stille und Geduld warten auf die Erfüllung der göttlichen Verheißungen?

Und schließlich und keineswegs zuletzt in diesem Zusammenhang: sind wir bereit, uns geistlich führen zu lassen, einen „geistlichen Vater“ oder eine „geistliche Mutter“ zu haben, der wir uns ganz öffnen? Wir brauchen Menschen, durch die uns Gottes Willen in eröffnet wird. Wir im Kloster kennen solche geistlichen Seelenmütter, die wie Maria die discretio, die Mutter aller Tugenden, leben und lehren. Der hl. Benedikt ermahnte seine Mönche und Nonnen immer wieder dazu, „nicht in den eigenen Hürden zu weiden“, sondern sich begleiten und führen zu lassen. Maria, die gratia plena, war so ein Mensch – nicht umsonst versammelten sich die Jünger nach der Himmelfahrt Jesu um sie. Um auf die Suche zu gehen, braucht es nicht viel – nur den einen, aber entscheidenden Schritt über den Schatten meines eigenen Stolzes.

4) Maria – die Mutter aller Mütter

„Kind, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich suchen dich mit Schmerzen.“ (Lk 2, 48)

Maria war die Mutter unseres Herrn und hat ihren Sohn wahrhaft als Mutter begleitet. Sie liebte ihr Kind, wie dies alle Mütter tun, und sie glaubte an ihr Kind. Dieser ganz und gar natürliche Glaube, den jede Mutter und sicher auch jeder Vater bestätigen kann, wurde auf die Probe gestellt, als das Kind begann, seine eigenen Wege zu gehen. Die Geschichte des zwölfjährigen Jesus im Tempel erzählt anschaulich davon. Der Sohn beginnt, sich von seinen Eltern zu lösen. Die Eltern verstehen ihr Kind nicht. Hier muss sich der Glaube an ihren Sohn bewähren, muss er auch im Nicht-Verstehen Bestand haben. Später werden sich solche Szenen noch wiederholen, als Maria z.B. gemeinsam mit anderen Verwandten zu Jesus kommt, dieser aber nur sagt: „Wer sind meine Mutter und meine Brüder … wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter“ (Mk 3, 33-35). Wie schwer muss es für Maria gewesen sein, die Berufung und Sendung ihres Sohnes zu verstehen und anzunehmen. Ihre wahre Größe aber zeigte sich darin, dass sie sich nicht gekränkt von ihm abwandte, sondern ihm zugewandt blieb – in mütterlicher Treue, in schier unendlicher Geduld und in unerschütterlicher Liebe.

Wahre Liebe gibt immer frei, sie hält niemals fest. Erfülltes und erfüllendes Leben verlangt von uns eine solch reife Liebe. Nur sie kann Frucht bringen. Doch wie gefährdet sind wir immer wieder, unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen, Hoffnungen und Erwartungen in die uns anvertrauten Menschen hineinzuprojizieren. Maria kann uns hier Leitgestalt sein. Sie ging die Wege ihres Sohnes mit, auch als sie nicht mehr verstand. Sie konnte loslassen ohne alleinzulassen – ganz im Vertrauen darauf, dass Gott, der Vater, alle Wege mitgeht und die, die ihn lieben, niemals allein lässt.

Die eindrücklichste Stelle, in der Maria als die Mutter aller Mütter aufscheint, ist für mich die Erzählung von der Hochzeit zu Kana:
„Sie haben keinen Wein mehr … Jesus aber sagt zu ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Da sagt seine Mutter zu den Dienern: Alles, was er euch sagt, das tut.“ (Joh 2, 3-5)

Jesus wird hier sein erstes Wunder wirken und beginnt damit sein öffentliches Wirken. Maria tritt von nun an leise in den Hintergrund und bleibt bis zum Kreuz eher im Verborgenen. Sie sucht nicht die Öffentlichkeit. Sie hält sich auf Distanz, ohne sich jedoch von ihrem Sohn zu distanzieren. Auch seine schroffe Abwehr hält sie nicht davon ab, seine Größe zu bezeugen: „Alles, was er euch sagt, das tut.“ Hier wird sie – wie Johannes der Täufer – zur Wegbereiterin, die ganz durchsichtig ist auf IHN hin. Sie wird zum Fenster, durch das hindurch wir auf IHN, auf Christus schauen dürfen. Die hl. Hildegard hat in diesem Zusammenhang ein wunderbares Wort geprägt: fenestraliter sollen wir sein, licht-durchlässig im wahrsten Sinne des Wortes. Wir verkündigen, wie Maria, nicht uns selbst, sondern Christus als den gekreuzigten und auferstandenen Herrn.

Auch Nicht-Mütter und Nicht-Väter wie wir, diejenigen, die selbst keine Kinder haben, können in Maria ein Vorbild der Mutter- und Vaterschaft finden. Im übertragenen, geistigen Sinne sind wir alle Mütter und Väter füreinander, für die Menschen an unserer Seite, für die uns Anvertrauten. Fruchtbarsein und fruchtbarwerden füreinander – das ist hier das Stichwort.

Maria – mater dolorosa

„Es standen aber beim Kreuze Jesu Maria, seine Mutter, die Schwester seiner Mutter und Maria aus Magdala … Als Jesus sie dastehen sah, sagte er zu seiner Mutter: Siehe da, dein Sohn.“ (Joh 19, 25-27)

Auch im Schmerz und im Leid ist Maria uns nahe. Das Bild der Mutter unter dem Kreuz, zuweilen mit dem Schwert oder gar mit sieben Schwertern im Herzen dargestellt – das ist das Bild des vom Schwert durchbohrten mütterlichen Herzens, von dem der greise Simeon gesprochen hat. Es ist wie ein Urbild des Schmerzes aller leidgeplagten und schmerzbeladenen Menschen. Dieses Stehen, dieses Standhaft sein, dieses Dabeibleiben auch in schweren Zeiten, ja bis zum Letzten – das ist die Treue, die wir gelobt haben und die ja nichts anderes ist als ein Abbild und eine Antwort auf die Treue Gottes zu uns.

Zu allen Zeiten haben sich Menschen in diesem Bild der mater dolorosa wiedererkannt, haben hier Kraft, Trost und Hoffnung gefunden. Dies darf und soll auch heute für uns gelten.

Hören wir mit unserem inneren Ohr das Stabat mater, jenes Gebet, in dem die Schmerzensmutter auf so innige Weise besungen wird und das Pergolesi so einzigartig vertont hat. Oder lassen wir vor unserem geistigen Auge die Pietà Michelangelos aufscheinen. Dann spüren wir etwas vom Geheimnis und auch von der Würde des Schmerzes, des Mitleidens, das vielleicht das Tiefste und Menschlichste ist, was unser Leben ausmacht. Maria war die makellos Liebende. Deshalb war sie auch in besonderer Weise verwundbar. Auch wir spüren: Liebe und Schmerz gehören zusammen. Wir wollen dem zwar immer wieder ausweichen und suchen nur allzu oft nach dem schmerzfreiem Glück. Das ist menschlich. Doch die mater dolorosa lehrt uns ohne Worte und ohne billige Vertröstung, dass es noch mehr gibt: Wer Jesus nachfolgen will, wer ihm nahe bleiben will, der muss ihm auch im Leiden, in den Bedrängnissen und Schwierigkeiten des Lebens nachfolgen. Der Weg zum Licht der Auferstehung führt durch das Dunkel der Nacht. Haben wir keine Angst, solche Nächte zu durchschreiten, denn Maria geht mit uns. In ihrem Mitleiden mit ihrem Sohn sagt sie uns aber auch, welche Hoffnung aus dem tapfer bestandenen Leid und aus dem Mitleid erwachsen. Vergessen wir also weder im Leiden noch im Glück die Leidenden an unserer Seite und in der weiten Welt. Maria war ein Segen – für ihren Sohn und auch für den Lieblingsjünger Johannes, den Jesus seiner Mutter sterbend als neuen Sohn übergab. Versuchen wir unsererseits, ein Segen zu sein für andere – dann wird, der Verheißung gemäß, der Segen zu uns zurückkehren.

Maria – mater ecclesiae

„Sie alle verharrten einmütig im Gebet mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu.“ (Apg 1, 14)

Ein letztes Mal begegnet uns Maria in der Apostelgeschichte inmitten der Schar der Jünger, die sich in ihrer Einsamkeit und Verwirrung um sie versammelten. Hier wird sie wahrhaft zur Mutter der Kirche, zur Mutter der Gemeinschaft der Glaubenden und zu unserer Mutter. In unserer Abteikirche befindet sich auf der nördlichen Seitenwand eine Pfingstdarstellung, in der Maria als Mitte und Haupt der Jüngerschar dargestellt ist. In Maria ist der Heilige Geist von Urbeginn an lebendig. Ihre Art, Leben zu empfangen und Leben zu schenken kann auch für uns zum Gleichnis für das neue Leben im Hl. Geist werden. Eine in diesem Sinne wahrhaft mütterliche und zugleich jungfräuliche Kirche wäre auch und gerade für die Männer in der Kirche fruchtbar, stark und lebensfördernd.

Eine gute und reife Beziehung zur Muttergottes ist deshalb wichtig für unseren Glauben und für unsere geistliche Reifung. Wir bleiben hier immer auf dem Weg. Vielleicht erschließt sich uns das Geheimnis Mariens erst im reiferen Alter. Es gibt wunderbare Zeugnisse kraftvoller Marienverehrung: der Hymnos Akathistos, das Salve Regina, Pergolesis Stabat mater, nicht zu vergessen das Ave Maria und der Rosenkranz. In diesen Gebeten verehren wir Maria und beten Gott an, der uns die Mutter seines Sohnes als Mittlerin und Fürsprecherin geschenkt hat. Ich möchte Ihnen als adventliches Gebet den lichtreichen Rosenkranz in besonderer Weise ans Herz legen. Er führe uns gemeinsam immer tiefer hinein in das Geheimnis Jesu und in das Geheimnis seiner Mutter, der Mutter des Kommenden.

 

Sr. Philippa Rath OSB