Feier anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung unserer Abtei am Samstag, 5. Juli 2025

Wir möchten diesen Festtag gerne mit Ihnen, unseren Verwandten, Freunden und Nachbarn und allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern feiern.

Programm:

Musikalische Einstimmung

14.30 Uhr: Begrüßung durch Äbtissin Katharina Drouvé

14.45 Uhr: Festvortrag von Sr. Dr. Klara Antons zum Thema:

„Grundsteinlegung. Raum für die Ewigkeit“

Grußworte

ca. 16.00 Uhr: Empfang und Möglichkeit zur Begegnung

17.30 Uhr: Vesper in der Abteikirche

 

Seien Sie uns herzlich willkommen. Wir freuen uns, Sie möglichst zahlreich begrüßen zu dürfen

 

„Eine Schatzkammer unerschöpflicher Gnaden“

 Es war ein langer und steiniger Weg bis hin zum Bau der heutigen Abtei St. Hildegard. Viele Hindernisse mussten im Vorfeld umschifft werden bis endlich am 2. Juli 1900 der Grundstein gelegt werden konnte. Auch damals war eine Klosterneugründung keineswegs selbstverständlich und nicht wenige fragten nach dem Sinn eines solchen Unternehmens. Umso größer waren dann die Freude und dankbare Anteilnahme der Bevölkerung an jenem historischen Montag im Jahr 1900 …

125 Jahre Grundsteinlegung der Abtei St. Hildegard. Lang ist es her und die Zeiten haben sich geändert, ist vielleicht der erste Gedanke. Doch sind die Zeiten wirklich so anders?

Über den 2. Juli 1900 berichten erstaunlich viele Quellen. Vier Artikel in der Rheinischen Volkszeitung, einer in Bohemia, der deutschen Zeitung in Prag, eine ausführliche Berichterstattung mit dem Wortlaut der Ansprachen, der Predigt in der Pfarrkirche und der Festrede am Bauplatz, in den Benediktus-Stimmen, einer in Prag herausgegebenen benediktinischen Zeitschrift, und nicht zuletzt in Briefen, von denen einer besonders heraussticht.

Es ist der Brief einer jungen Frau, Katharina Huschke, die als Lehrerin in Limburg den früheren Sekretär von Bischof Blum kennenlernte. Matthias Höhler, später Domkapitular, war mit Bischof Blum während des Kulturkampfes beim Fürsten Löwenstein auf Schloss Haid in Böhmen im Exil und erlebte dort die Entstehung der Idee einer Neugründung in Eibingen hautnah mit. So eng mit der Aufbruchsstimmung des Bischofs und des Fürsten verbunden, konnte er Katharina und eine weitere junge Frau, Maria Saling, begeistern, in die Abtei Solesmes in Frankreich einzutreten, die sich bereit erklärt hatte, deutsche Ordensanwärterinnen für die Neugründung auszubilden. Bevor sie 1893 dort eintrat, fuhr Katharina sogar nach Eibingen, um sich den Ort, der für die Klostergründung vorgesehen war anzusehen, einen Hang mit Weinbergen oberhalb des alten Klosters. Familiäre Gründe zwangen Katharina im gleichen Jahr noch nach Hause zurückzukehren, aber ihren Klostertraum begrub sie deswegen nicht. Nach dem Tod ihrer Eltern startete sie einen zweiten Anlauf in der Abtei St. Gabriel, auf die inzwischen die Gründung übergegangen war.

 

 

 

Katharina Huschke, Foto um 1900 (Archiv Abtei St. Hildegard)

 

 

 

 

Auch die Bauplanung der neuen Abtei brauchte viel länger als zunächst gedacht. Nachdem die Eibinger und Rüdesheimer Bürger sich beim Verkauf von Grundstücken für die Zahnradbahn übervorteilt gefühlt hatten, war es für den Fürsten fast unmöglich, eine genügend große Grundstücksfläche für die Neugründung zu erwerben. Der Plan, das alte Kloster wieder zu besiedeln wurde als undurchführbar fallengelassen und eine Fläche oberhalb von Eibingen erworben.

 

 

Bis 1893 für das Kloster erworbene Grundstücke. Brief von Matthias Höhler an Katharina Huschke. (Archiv Abtei St. Hildegard)

 

 

 

 

Nach dem plötzlichen Tod der Tochter des Fürsten Löwenstein, die als Gründungsäbtissin für Eibingen vorgesehen war, verschob sich die Gründung aufs Neue. Auch erschien eine französische Gründung so kurz nach dem Deutsch-Französischen Krieg unangebracht und es musste ein neues Gründungskloster gesucht werden. Dieses fand sich schließlich in der selbst erst 1889 gegründeten Abtei St. Gabriel in Prag, die zur damals im Aufschwung stehenden Reform-Kongregation der Benediktiner von Beuron gehörte.

Bevor nun Katharina im August 1900 in Prag eintrat, kam sie mit ihrer Schwester und einer Freundin zur Grundsteinlegung nach Eibingen und konnte so als einzige den Nonnen, die fünf Jahre später in die neue Abtei einzogen, als Augenzeugin von der Grundsteinlegung erzählen.

Am Morgen des 2. Juli 1900, einem Montag, fand in der alten Abteikirche ein Gottesdienst statt, in dem Johannes Ibach, Dekan aus Villmar, früherer Zentrums-Abgeordneter und „katholischer Wortführer“, predigte: „Wir begehen die für unsere Zeit seltene Feier der Grundsteinlegung eines Klosters.“ Auch damals war es also nicht selbstverständlich, ein Kloster zu gründen. Ibach rühmte zunächst die Eibinger Pfarrer Schneider und Schmelzeis, die sich um die Erforschung der Hildegardreliquien bemüht hatten, und nannte dann als Beweis der Echtheit die Anerkennung durch die Seherin Anna Katharina Emmerich. Weiter fragt er, was wieder erstaunlich heutig klingt: „Was braucht unsere Zeit mehr als geheiligte Stätten, worin das Lob des Herrn nicht verstummt und das beständige Gebet die Erde mit dem Himmel verbindet und die Erde befruchtet?“ Er versteht das Kloster als Energiequelle „für unserer so ganz in das Materielle versunkene Zeit, die allen Sinn und Geschmack für die Güter einer höheren Welt verloren hat.“ Wir nennen das heute „Andersorte“; Orte, die einladen, nach dem „Es muss doch mehr geben“ zu suchen.

Alle Berichte beschreiben dann eine sehr große Prozession „bei hundert Priestern und Tausende aus der Umgebung“, die zum Ort der Grundsteinlegung zog, die durch den Erzabt von Beuron, Placidus Wolter, vorgenommen wurde, da Bischof Dominikus Willi von Limburg plötzlich an Gallenkrämpfen erkrankt war. Als Grundstein war ein übrig gebliebener Stein vom Kaiseraltar aus Maria Laach geschickt worden, 40 x 40 x 30 cm groß; es wurde der Text der Gründungsurkunde verlesen, der die Stifter und alle am Bau Beteiligten benennt, und ähnlich endet wie die Predigt des Dekans Ibach: „Möge das Kloster zur unerschöpflichen Segensquelle werde.“

Der erkrankte Bischof von Limburg, Dominikus Willi, schickte zum 2. Juli ein Telegramm mit folgendem Inhalt:

„Durch Krankheit an persönlicher Teilnahme leider verhindert nehme ich am Feste im Geiste lebhaften Antheil und flehe, daß der über dem geweihten Grundstein sich erhebende materielle und geistliche Tempel auf Jahrhunderte Gott zu Lobe, der großen Familie des Hl. Benedict zum Troste, der ganzen Kirche und besonders dem Bistum Limburg zum Segen gereichen möge.“ (Archiv Abtei St. Hildegard)

Danach folgte dann die eigentliche Festpredigt durch den Prior der Abtei Emaus in Prag, Odilo Wolff, der von der Gründungsäbtissin aus St. Gabriel als ihr Vertreter für die Bauangelegenheiten eingesetzt worden war. Das Setting ist heute kaum vorstellbar: Er stand „auf dem höchsten Punkt der Grundmauern der Kirche und hielt in gewählter Sprache und mit weitschallender Stimme an die vieltausendköpfige Versammlung die Festrede.“ Ohne Verstärker, im Freien, und doch wurde er verstanden und die Predigt begeisterte, rhetorisch gut aufgebaut mit der wiederholten Frage: „Ist das Gebet denn eine soziale Tat?“ Mit heutigen Worten: Nützt ein Kloster der Gesellschaft?

Und wieder: „Es soll eine Quelle eröffnet werden des Segens und der Gnade für Volk und Land. … Ein Gottesbau, ein Haus, dessen Bestimmung es ist, der Ehre und Verherrlichung Gottes zu dienen. Doch vielleicht regt sich hie und da der Einwand, dass eine solche Gründung unzweckmäßig oder doch unzeitgemäß sei. Häuser für Kranke und Schulen, für Industrie und selbst für Wissenschaften oder Künste kann man sich noch gefallen lassen, diese haben doch eine soziale Bedeutung; aber ein beschauliches Kloster, was leistet das für die Gemeinschaft, was für die Gesellschaft? Die Zeiten sind anders geworden, sagt man, täglich wächst die Not, diese Nonnen in ihrer Klausur sind ein Luxus geworden, den können wir uns nimmer vergönnen, sie sind ein ‚unrentabler Anachronismus‘.“ Aber: „Glaube lehrt die Erde verstehen und den Himmel erkennen, die Zeit beurteilen und die Ewigkeit begreifen. … Und so wird dieses Kloster eine Schatzkammer, ein Fruchtspeicher unerschöpflicher Gnaden und Tröstungen werden für das ganze Land.“

Die Prozession zog zurück nach Eibingen, wo die Feier in der Pfarrkirche ihren Abschluss fand. Fünf Jahre später konnte das Kloster dann von 15 Nonnen aus Prag besiedelt werden. Sr. Benedikta, wie Katharina mit Ordensnamen hieß, und zwei Freundinnen, die sie für das neue Kloster begeistert hatte, gehörten dazu.

 

Sr. Dr. Klara Antons

Jemand muß zuhause sein, Herr,
wenn du kommst.
Jemand muß dich erwarten
unten am Fluß
vor der Stadt.

Jemand muß dich erwarten
oberhalb Rüdesheims und Eibingens
zwischen den Weinbergen, so könnten wir es umdichten.

Zuhause sein

Die Abtei ist unser Zuhause. Wir sind dort zuhause, weil jede von uns sich von Gott hierhin gerufen weiß, in Gemeinschaft zu beten und zu arbeiten. Aber die Abtei soll nicht nur für uns Schwestern ein Zuhause sein. Deshalb ist es ein Glück für uns, wenn ich Gäste an der Pforte erlebe, die öfter zu einem Gastaufenthalt kommen und sagen: „Jetzt bin ich wieder zu Hause.“ Oder bei der Verabschiedung: „Ich fühlte mich hier wirklich zuhause.“ Es ist schön ein Zuhause zu haben- wie viele Menschen haben es nicht!- und es ist schön zu hören, daß sich Menschen bei uns angenommen fühlen. Weiterlesen

Wie alljährlich, so feiern wir auch in diesem Jahr zusammen mit der Pfarrgemeinde St. Hildegard Eibingen am 17. September das Hildegardisfest.

PROGRAMM

 8.00 Uhr: Choralhochamt in der Abteikirche St. Hildegard

10.00 Uhr: Feierliches Pontifikalamt mit Bischof Dr. Michael Gerber, Fulda, auf dem Kirchplatz der Wallfahrtskirche Eibingen, Marienthalerstrasse 3

12.00 Uhr: Reliquienverehrung in der Wallfahrtskirche

15.00 Uhr: Reliquienfeier mit Prozession – Festansprache: Frau Renata Kiworr-Ruppenthal, Ökumenischer Hospizdienst Rheingau

                     Begleitende Kinderkatechese

17.30 Uhr: Hildegardis-Vesper in der Abteikirche

 

Für das leibliche Wohl der Pilgerinnen und Pilger ist bestens gesorgt: unser Klostercafé ist ab 9.30 Uhr geöffnet; ein gastronomisches Angebot gibt es auch im Pfarrhof der Wallfahrtskirche Eibingen. Der Klosterladen der Abtei ist ganztags geöffnet.

Wir heißen alle Hildegard-Verehrerinnen und -freunde herzlich willkommen!

 

 

 

 

 

 

Hildegard-Lied

Ave, St. Hildegardis, du heilge hehre Frau!
Aus hohen Himmelshallen auf uns herniederschau!
Erfleh uns Gottes Gnad,
dass unbeirrt wir wallen des Heiles rechten Pfad.

Aus edlem Stamm entsprossen, bist du der Welt entflohn
und gingst den Weg, den schmalen, der führt zu Gottes Sohn.
Da du ein Kind noch zart, ließ er sein Licht schon strahlen,
dir heilge Hildegard. Weiterlesen

Sommerzeit, Urlaubszeit, Zeit für Muße und Entspannung, vielleicht auch Zeit zum Sich-Gewahr-werden, zur Suche nach den eigenen Wurzeln und nach der eigenen Identität. Wir möchten Ihnen eine vielleicht etwas ungewöhnliche Ferienbeschäftigung empfehlen: das Sich-Erinnern. Das Wort „Erinnern“, „Erinnerung“ kommt vom „Inneren“, d.h. es hat zutiefst mit uns selbst zu tun. Erinnerungen sind ein Teil unserer selbst. Unser Gedächtnis ist dabei so etwas wie ein lebendiger Speicher – wie er genau funktioniert, das weiß die Wissenschaft bis heute kaum. Durch Anstöße, seien es Bilder, Worte oder bestimmte Reize, kann der Speicher, der vielfach auf unbewusste Weise wirkt, aktiviert werden. Eine wichtige Rolle spielen dabei unter anderem unsere fünf Sinne. Sie sind sozusagen Gedächtnisträger und können gerade in Zeiten der Entspannung und der Ferien neu geschärft werden Wir sehen ein bestimmtes Bild, ein Gesicht, eine Landschaft – und erinnern uns. Wir hören einen bestimmten Ton, eine Melodie, ein Lied – und erinnern uns. Wir nehmen einen bestimmten Geruch oder Duft wahr – und erinnern uns. Wir erfühlen oder ertasten eine bestimmte Oberfläche, einen Stoff, eine Form – und erinnern uns. Wir schmecken einen bestimmten Geschmack, eine Nuance in einem Gericht oder einem Getränk – und erinnern uns. Was ist das, was sich da in unserem Herzen und in unserer Seele abspielt? Scheinbar längst Vergessenes kommt mit einem mal wieder an die Oberfläche, und wir erinnern uns unserer Gedanken, Gefühle und Empfindungen von einst. In der zeitlichen Entfernung können wir diese ordnen und bewerten und damit bekommen sie eine ganz neue Bedeutung – auch für unser Leben heute. Die Erinnerung stiftet also meine Identität, sie lässt mich zu dem werden, der ich bin. Das gilt für den einzelnen ebenso wie für Familien und Gemeinschaften, für Völker und Kulturen, für Epochen und Generationen. Deshalb ist das Austauschen von Erinnerungen so wichtig und notwendig – sei es in der Familie oder im Freundeskreis, sei es in der Gesellschaft als ganzer oder sei es in meinem ganz persönlichen Umfeld. Nutzen wir die Zeit des Urlaubs vielleicht in Ruhe auch einmal zu einem erinnernden Gespräch – mit uns selbst, mit anderen und vielleicht auch mit Gott. Denn auch Religion hat etwas mit Erinnerung, mit erinnerter Geschichte zu tun: mit der Geschichte Gottes mit uns Menschen. Es lohnt sich, diese Geschichte wieder neu zu entdecken. Und so ganz nebenbei finden wir damit auch uns selbst.

Einen schönen Urlaub wünschen wir Ihnen!

 

Am 10. Juli 2024 erreichte uns die positive Nachricht: Die Abtei St. Hildegard ist eines von 17 ausgewählten Projekten des Förderprogramms Nationale Projekte des Städtebaus des Bundesbauministerium. Es gingen über 100 Bewerbungen aus dem ganzen Bundesgebiet ein. Umso größer ist die Freude und die Dankbarkeit, dass wir ausgewählt wurden.

Aufgrund der kleiner werdenden Konvente und vielfältiger gesellschaftlicher und kirchlicher Umbrüche müssen sich Klöster und Abteien aktuell neu aufstellen. So auch wir. Durch die programmatische Erweiterung und das Ermöglichen von Mitnutzungen wird mit Hilfe der Bundesförderung nun ein wichtiger Schritt für die Zukunftssicherung unserer Abtei getan. Das Vorhaben hat bundesweiten Modellcharakter für den Umgang mit und die Weiterentwicklung von Klöstern.

Aktuell leben in unserer Abtei 35 Schwestern, die eine bunte lebendige Gemeinschaft mit sehr unterschiedlichen Charakteren, Temperamenten, vielseitigen Begabungen und Qualifikationen bilden. Schon jetzt sind wir ein Mehrgenerationenhaus, eine Lebens-, Glaubens- und Gebetsgemeinschaft, die nach der Regel des heiligen Benedikt lebt. Unsere Bereitschaft, künftig offen zu sein für Mitnutzungen eröffnet ein bisher unentdecktes Innovationspotenzial. Zum einen besteht damit die Chance, unsere jahrhundertealte Lebensweise an die moderne Gesellschaft weiterzugeben. Zum anderen wird in unserem Zukunftsproztess wegweisend vielleicht auch für andere Klöster gezeigt, wie sich eine geschützte, konzentrierte Klausur in einem Denkmal realisieren lässt und wie mit minimal-invasiven Eingriffen unser großes Abteigebäude behutsam, energie- und kostensparend für die Zukunft vorbereitet werden kann.

Das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ mobilisiert nun 3 Mio. EUR, um ein Gesamtkonzept für unsere Abtei zu entwickeln und die ersten Bausteine einer ressourcenschonenden Transformation umzusetzen. Ziel ist es, die Gemeinschaft als lebendiges Zentrum für Kultur & Spiritualität im Rheingau zu erhalten.

Die Antragstellung für die Fördermittel ging von der Stadt Rüdesheim aus und wurde von der Stadtverordnetenversammlung mit sehr großer Mehrheit begrüßt. Tatkräftig unterstützt wurden wir durch den Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, Herrn Sandro Zehner, die Bürgermeister der Anrainer-Städte und -Gemeinden sowie durch die Bundestagsabgeordneten von SPD, CDU, FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Frau Ulrike Rose und Frau Paula Oster vom Büro kulturräume gestalten begleiten uns fachkundig und mit großem Engagament auf dem Weg der Transformation.

Seit einiger Zeit denken wir darüber nach, in der Krypta unserer Abteikirche ein Kolumbarium einzurichten. Dieses ist gedacht als Ruheort für Freunde und Bekannte und für Menschen, die einen besonderen Ort der Beisetzung und des dauerhaften Gebetsgedenkens suchen. Eine solche Möglichkeit wird immer wieder angefragt, da auf dem bestehenden Klosterfriedhof nur Schwestern der Abtei beerdigt werden dürfen. Das Kolumbarium soll allen offen stehen, die an einem christlichen Ort beigesetzt werden wollen, auch wenn sie selbst nicht gläubig sind oder einer anderen Religion angehören. Wir selbst möchten dann im Rahmen unserer Möglichkeiten für Trauerseelsorge und -begleitung zur Verfügung stehen.

Als Standort für das Kolumbarium bietet sich die bisher ungenutzte und seit der Grundsteinlegung 1900 unausgebaut gebliebene Krypta unter dem Presbyterium der Abteikirche an. Die Krypta ist ein eindrucksvoll gewölbter Raum, mit nach Osten gerichteten Fenstern in einer halbrunden Apsis und zwei mächtigen, tragenden Säulen auf der Längsachse. Die Gestaltung der Urnenwände soll sehr schlicht und stilvoll gehalten werden, sodass der Raum Größe und Würde ausstrahlt. Die einzelnen Urnenstellen sollen nach Belegung mit hochwertigen, gleichförmigen Vorsatzplatten, auf denen nur Namen, Geburts- und Todesdatum stehen, verschlossen werden.

Im Rahmen der Planungen haben wir Studierende der Innenarchitektur an der Hochschule Mainz eingeladen, verschiedene Entwürfe für den Ausbau der Krypta zu erarbeiten.

Diese werden nun vom 28.6. bis 15.08. im Kunstkeller der Abtei präsentiert. Die Vernissage zur Ausstellung ist am 27.6. ab 19.00 Uhr. Seien Sie herzlich willkommen!

Der Kunstkeller ist geöffnet Mo – Sa 10 – 17.00 Uhr und So 12 – 17.00 Uhr

Seit fünf Jahrenb beten immer donnerstags Menschen in verschiedenen Ländern das Donnerstagsgebet «Schritt für Schritt» um Reformen in der Kirche. Inzwischen ist ein großes Gebetsnetz entstanden, an dem sich auch viele benediktinische Klöster beteiligen. Das Gebet schenkt den Teilnehmenden Mut und Zuversicht, eine weitere Woche den Weg in und mit der Kirche zu gehen – Schritt für Schritt. Seit Pfingsten 2024 ist nun auch ein «Dank am Donnerstag» entstanden. Nach fünf Jahren Bittgebet, ist es Zeit zu danken: mit einem Gebet, das den freien, zukunftsweisenden Raum im Geist weitet.

 

Dankgebet am Donnerstag

Gott, für uns wie eine Mutter und ein Vater, Du hast die Welt geschaffen und am
Ende gesehen: alles war sehr gut. Du sendest uns immer wieder deine Geistkraft, die
unsere Herzen öffnet und Wandlung möglich macht hin zum noch Besseren. Vieles ist
schon geschehen. Für vieles braucht es Mut und vieles ist noch möglich.

Wir vertrauen auf die Geistkraft und singen:
Veni creator, veni creator, veni creator spiritus! V/A

Wir danken Dir:
Für alle, die trotz allem in der Kirche bleiben, weil sie sie lieben
Für alle, die die Strukturen von innen verändern wollen
Für alle, die sich über Regeln der Kirche hinwegsetzen, wenn sie der Menschenwürde
widersprechen
Veni creator…

Für alle, die sexuellen und spirituellen Missbrauch zur Sprache bringen
Für alle, die aufhören, zu vertuschen
Für alle, die über das sprechen, was ihnen widerfahren ist
Veni creator…

Für alle, die sich für Menschenrechte in der Kirche einsetzen
Für alle, die den Mut haben, sich in der Kirche zu outen
Für alle, die die Türen der Kirche für alle weit offenhalten
Veni creator…

Für alle, die den je eigenen Reichtum der Ortskirchen nutzen und weiterentwickeln
Für alle Priester und Diakone, die die Anliegen des Gebets am Donnerstag mittragen
und unterstützen
Für alle, die auf die Geistkraft hören und ihr Raum geben
Veni creator…

Für alle, die Deinen Ruf hören und ihm folgen, trotz aller Widerstände
Für alle, die sich als Diakoninnen ausbilden lassen und sich auf ihre Weihe
vorbereiten
Für alle, die sich weihen lassen, obwohl das Kirchenrecht es verbietet
Veni creator…

Für alle, die Brot und Wein miteinander teilen
Für alle, die Kinder taufen, Kranke segnen, mit anderen um Vergebung beten
Für alle, die sakramental handeln
Veni creator…

Für alle, die sich ihrer Taufwürde bewusst sind
Für alle, die priesterlich, königlich und prophetisch wirken
Für alle, die das Wort Jesu weitergeben, damit andere sich öffnen und sich von ihm
heilen lassen können
Veni creator…

Für alle die Jesu Botschaft in ihrem Handeln weitertragen und am Leben erhalten
Für alle, die Macht teilen
Für alle Frauen, die das Bild der Kirche verändern, indem sie predigen und hinter dem
Altar stehen
Veni creator…

Für alle Frauen, die zum priesterlichen und diakonischen Dienst berufen sind und das
aussprechen
Für alle, die ihre anerkannte priesterliche Berufung schon leben in den anglikanischen
und altkatholischen Kirchen
Für alle, die ihre Talente und Charismen einsetzen, um die Welt im Sinne Jesu zu
gestalten
Veni creator…

Für alle, die in den Klöstern Schritt für Schritt vorwärtsgehen und Wandlung möglich
machen
Für alle, die verstummt sind und deren stilles Gebet trotzdem wirkt
Für alle, die im Gebet am Donnerstag miteinander verbunden sind
….
Du unser Gott. Was bei Menschen unmöglich scheint, ist schon möglich bei Dir. Wir
danken Dir für alles, was Deine Geistkraft inspiriert. Heute und alle Zeit bis zu unserer
Ewigkeit. Amen.

 

©Dorothee Becker, Priorin Irene Gassmann, Jeanine Kosc

 

 

 

Transfiguration – Verklärung

Bis Ende August 2022 gibt es in der Basilika Johannisberg eine Ausstellung von 6 lebensgroßen Säulenskulpturen von Sr. Christophora. Dargestellt sind die in der biblischen Geschichte der Verklärung genannten Personen und dazu jeweils eine weibliche Person, mit der diese in Beziehung stehen.

Vom 18. Juni bis zum 6. August wird es in den Sonntagvorabendmessen um 17.00 Uhr Impulse zu den dargestellten Personen geben.