Innerhalb des Heilsgebäudes steht vor der Säule des Wortes Gottes auf dem Pflaster eine Gestalt, die stark vom Licht angestrahlt ist. Diese Wirkkraft nennt sich „ Erkenntnis Gottes“. Weder ihr Antlitz noch ihre Gewänder sind in dem hellen Glanz zu erkennen. Wie die übrigen Tugenden erscheint sie in Menschengestalt.
„Denn Gott schuf den Menschen kraft seiner Güte mit Vernunft, Erkenntnis und Einsicht, damit er Ihn mit innigster Liebe umfange, mit größter Hingabe verehre, die Trugbilder der Dämonen verachte und nur den liebt, der ihm eine derart große Ehre zuteil werden ließ.“ Mit der Offenbarung des Wortes Gottes ist die Tugend der Erkenntnis Gottes verbunden. Denn „innerhalb des Werkes Gottes des Vaters zeigt sich diese Tugend zur Erläuterung des Mysteriums des göttlichen Wortes.“ Weiterlesen
https://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gif00Administratorhttps://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gifAdministrator2011-12-09 16:14:212012-02-13 11:37:23“Scivias”-Kodex: Tafel 25: Das Erkennen Gottes
Nachdem das Geheimnis des Wortes Gottes „in der Säule des Wortes Gottes mit der Erkenntnis“ geoffenbart ist, tritt der Eifer der Liebe Gottes in dieser Miniatur offen in Erscheinung: ein massives, kahles, rotglühendes Haupt in der Mitte des Bildes , wo die beiden Mauern des Heilsgebäudes zusammentreffen, die leuchtende Mauer (Erkenntnis von Gut und Böse) und die Steinmauer (das rechte Handeln). Bewegungslos sitzt dieses furchterregende Menschenantlitz dem Mauerwinkel auf, der Leib ist von der Mauerecke verdeckt. Unbeweglich, erhaben über alles Irdische, furchterregend, ohne Haare, d.h. frei von aller unterwürfigen Schwäche – denn die Augen des Herrn sehen jede Ungerechtigkeit. Es besitzt drei Flügel von erstaunlicher Breite und Länge. Sie sind waagrecht ausgebreitet und gleichen „einer lichten Wolke“. Als Symbol der Stärke bedeuten sie „die Ausbreitung der Kraft des Dreifaltigen Gottes.“ Die drei Flügel stehen für die Kraft der Vergeltung, die sich gegen den Teufel und das Böse richtet. Weiterlesen
https://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gif00Administratorhttps://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gifAdministrator2011-12-09 16:12:092012-02-13 11:37:28“Scivias”-Kodex: Tafel 26: Der Eifer Gottes
Die vorliegende Vision zum göttlichen Gesetz und zu den damit verbundenen „himmlischen Wirkkräften“ leitet zur Epoche des Neuen Bundes über. Im Bild der Mauer ordnet Gott durch sein Gesetz sein Volk. Deshalb heißt es: „Kein Gläubiger, der Gott demütig gehorchen will, zögere, sich einer menschlichen Obrigkeit zu unterstellen. Denn durch den Heiligen Geist ist die Regierung zum Nutzen für die Lebenden eingerichtet worden. Sie soll für die kirchliche Disziplin da sein und gläubig und fest anerkannt werden. Das wurde am alten Bundesvolk schon angedeutet.“ Weiterlesen
https://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gif00Administratorhttps://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gifAdministrator2011-12-09 16:10:402012-02-13 11:37:34“Scivias”-Kodex: Tafel 27: Die dreifache Mauer
Gott offenbart sich im Erlösungswerk seines Sohnes als dreifaltig-einer. In der westlichen Ecke des Heilsgebäudes schaute Hildegard eine wunderbare, geheimnisvolle und äußerst starke Säule von dunkelroter Farbe. Sie steht für den dreifaltigen Gott. Vater, Wort und Heiliger Geist sind ein Gott in der Dreifaltigkeit, und diese Dreifaltigkeit besteht in der Einheit im Bild der vollkommenen Säule alles Guten. Sie durchdringt Höhen und Tiefen und beherrscht den ganzen Erdkreis. Die Säule ist dunkelrot, weil der Sohn Gottes sein Blut für die menschliche Sünde dahingab. Der Sohn, vom Heiligen Geist empfangen, vom Vater in die Welt gesandt, suchte nicht seine Ehre, sondern die des Vaters. Er erschloss den Zugang zur unerschöpflichen Tröstung des Heiligen Geistes. Weiterlesen
https://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gif00Administratorhttps://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gifAdministrator2011-12-09 16:08:322012-02-13 11:37:39“Scivias”-Kodex: Tafel 28: Die Säule der wahren Dreieinigkeit
Eine weitere Säule jenseits der Dreifaltigkeit war für Hildegard so umschattet, dass sie weder ihre Stärke noch ihre Höhe erkennen konnte. Sie bezeichnet die Menschheit des Erlösers, der vom Heiligen Geist empfangen aus der Jungfrau als Sohn des Allerhöchsten geboren wurde. Die Menschwerdung Gottes übersteigt alle Erkenntnis des menschlichen Verstandes. „Deshalb müssen die Menschen, die das Himmlische ersehnen, glauben und dürfen nicht hartnäckig untersuchen, wie der Sohn Gottes, der vom Vater in die Welt gesandt wurde, aus der Jungfrau geboren worden ist, weil die menschliche Wahrnehmung die Geheimnisse Gottes nicht erkennen kann, als der Heilige Geist es offenbart, wem er will.“ Weiterlesen
https://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gif00Administratorhttps://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gifAdministrator2011-12-09 16:07:052012-02-13 11:37:43“Scivias”-Kodex: Tafel 29: Die Säule der Menschheit des Erlösers
Ein Turm aus überhellem Glanz jenseits der „Säule der Menschheit des Erlösers“ auf der südlichen steinernen Mauer des Heilsbauwerkes bezeichnet die Kirche. Dieser Turm, der innerhalb und außerhalb des Gebäudes zu sehen ist, ist noch nicht vollendet, zahlreiche Werkleute bauen unermüdlich daran. An seiner Spitze sind sieben starke Schutzwehren errichtet, die für die sieben Gaben des Heiligen Geistes stehen – kein Feind kann sie zerstören. Im Innern des Turmes befindet sich bis an die Spitze so etwas wie eine Leiter. Auf den Sprossen stehen Menschen mit feurigem Antlitz, weißem Gewand (in der Miniatur rot) und schwarzen Schuhen. Durch die Glut des Heiligen Geistes wird der Glaube sichtbar im Gewand der guten Werke. Noch sind die Gläubigen auf dem Weg der Anfechtung und Beschmutzung, deshalb in schwarzen Schuhen. Weiterlesen
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Am höchsten Punkt des Heilsgebäudes, wo die beiden Mauern sich vereinen, steht ein Thron auf sieben Stufen, auf dem ein junger Mann, der Menschensohn, sitzt. In purpurrotem Gewand ist er nur bis zur Hälfte sichtbar, sein übriger Leib ist verhüllt. „Was nämlich bis zum Weltende in der Kirche geschehen wird, kann man weder sehen noch wissen. Denn das gewaltige Aufblitzen der Gotteskräfte, die vor dem Jüngsten Tag offenbar werden sollen, bleiben den Menschen noch verborgen.“ Der Menschensohn richtet den Blick seines Erbarmens auf die Menschen und ruft mit lauter Stimme: “Ihr törichten Menschen, ihr welkt dahin. Nicht ein Auge wollt ihr öffnen, um zu sehen, was ihr in eurem gut ausgestatteten Geist seid. Weiterlesen
https://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gif00Administratorhttps://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gifAdministrator2011-12-09 16:03:492012-02-13 11:37:54“Scivias”-Kodex: Tafel 31: Der Menschensohn
Alles strebt dem Ende zu, wenn die Erde dem Zerfall ihrer Kräfte entgegengeht. Thema dieser Miniatur: Gott lässt dem Kommen des Antichristen fünf endzeitliche Reiche in den fünf Tiergestalten vorausgehen. In den endzeitlichen Ereignissen führt er den Menschensohn und die Kirche ihrer Vollendung entgegen. Im Sieg über den Antichristen, der als „ Sohn des Verderbens“ die Heilstaten des Sohnes Gottes nachäfft, vernichtet er den Teufel endgültig.
Der obere Abschnitt links zeigt in der Miniatur die fünf Zeitalter in den verschiedenen Tiergestalten, die an fünf Gipfeln eines Berges gefesselt sind. (eine bestimmte Zeitspanne) Weiterlesen
https://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gif00Administratorhttps://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gifAdministrator2011-12-09 16:02:072012-02-13 11:37:59“Scivias”-Kodex: Tafel 32: Das Ende der Zeiten
In dieser Miniatur offenbart Gott der Seherin das Ende der Welt, an dem der Menschensohn zum Jüngsten Gericht wiederkehren wird. Das Ende der Welt entspricht dem Tod des Menschen. „Denn da der Weltenlauf bereits vollendet ist, kann er nicht länger bestehen, sondern wird nach göttlichem Ratschluss zerstört. Wie nämlich ein Mensch, der seinem Ende entgegensieht, von vielen Krankheiten heimgesucht wird, so dass er sich in seiner Todesstunde unter großem Schmerz vollends auflöst, so werden auch dem Ende der Welt große Widerwärtigkeiten vorangehen und sie an ihrem Ende unter verschiedenen Schrecknissen auflösen.“ Diese Vision kann wie die übrigen Visionen des dritten Buches im Sinn der Heilsgeschichte, als auch im Sinne des Lebensweges des Einzelnen von der Geburt bis zum Tod gelesen werden.
https://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gif00Administratorhttps://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gifAdministrator2011-12-09 15:58:362012-02-13 11:38:04“Scivias”-Kodex: Tafel 33: Der Tag der großen Offenbarung
Nachdem das Gericht vollzogen ist, entsteht eine große Ruhe und Stille. Die Elemente strahlen in heiterer Klarheit, als wenn ihnen die schwarze Haut abgezogen wäre. Die Luft ist rein, das Wasser ist klar. Alle Himmelskörper leuchten in voller Kraft und Schönheit. Sie stehen still, so dass sie keine Scheidung mehr zwischen Tag und Nacht bilden. Es ist Tag.
Darüber leuchten in der Miniatur „alle Blumen des Sohnes Gottes“: die Patriarchen und Propheten, die Apostel, Märtyrer, Bekenner, Jungfrauen, Witwen, die den Sohn Gottes gläubig nachahmten und jene, die in weltlichen und geistlichen Belangen der Kirche vorangestellt waren. Auch die Einsiedler und Mönche, die die Ordnung der Engel nachahmten. Es sind die Heiligen, die im zweiten Kreis der Miniatur in Lobgesängen dastehen. Weiterlesen
https://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gif00Administratorhttps://abtei-st-hildegard.de/wp-content/uploads/2025/05/Logo-auf-Grau-248x300.gifAdministrator2011-12-09 15:57:282012-02-13 11:38:09“Scivias”-Kodex: Tafel 34: Der neue Himmel und die neue Erde
“Scivias”-Kodex: Tafel 25: Das Erkennen Gottes
Scivias-Kodex„Denn Gott schuf den Menschen kraft seiner Güte mit Vernunft, Erkenntnis und Einsicht, damit er Ihn mit innigster Liebe umfange, mit größter Hingabe verehre, die Trugbilder der Dämonen verachte und nur den liebt, der ihm eine derart große Ehre zuteil werden ließ.“ Mit der Offenbarung des Wortes Gottes ist die Tugend der Erkenntnis Gottes verbunden. Denn „innerhalb des Werkes Gottes des Vaters zeigt sich diese Tugend zur Erläuterung des Mysteriums des göttlichen Wortes.“ Weiterlesen
“Scivias”-Kodex: Tafel 26: Der Eifer Gottes
Scivias-Kodex“Scivias”-Kodex: Tafel 27: Die dreifache Mauer
Scivias-Kodex“Scivias”-Kodex: Tafel 28: Die Säule der wahren Dreieinigkeit
Scivias-Kodex“Scivias”-Kodex: Tafel 29: Die Säule der Menschheit des Erlösers
Scivias-Kodex“Scivias”-Kodex: Tafel 30: Der Turm der Kirche
Scivias-Kodex“Scivias”-Kodex: Tafel 31: Der Menschensohn
Scivias-Kodex“Scivias”-Kodex: Tafel 32: Das Ende der Zeiten
Scivias-KodexDer obere Abschnitt links zeigt in der Miniatur die fünf Zeitalter in den verschiedenen Tiergestalten, die an fünf Gipfeln eines Berges gefesselt sind. (eine bestimmte Zeitspanne) Weiterlesen
“Scivias”-Kodex: Tafel 33: Der Tag der großen Offenbarung
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“Scivias”-Kodex: Tafel 34: Der neue Himmel und die neue Erde
Scivias-KodexDarüber leuchten in der Miniatur „alle Blumen des Sohnes Gottes“: die Patriarchen und Propheten, die Apostel, Märtyrer, Bekenner, Jungfrauen, Witwen, die den Sohn Gottes gläubig nachahmten und jene, die in weltlichen und geistlichen Belangen der Kirche vorangestellt waren. Auch die Einsiedler und Mönche, die die Ordnung der Engel nachahmten. Es sind die Heiligen, die im zweiten Kreis der Miniatur in Lobgesängen dastehen. Weiterlesen